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Drei Irrtümer der Liebe (Teil 1)

1. Irrtum: Liebe ist ein Gefühl

Im Gegensatz zum verbreiteten Volksglauben macht Liebe nicht blind, sondern wer liebt erschafft einen Context, in dem man sich und den Partner als liebend erfährt, solange man sich und den Partner darin als höchsten Ausdruck seines Selbst erschafft. Wenn man diesen Context sogar für seinen Liebespartner aufrecht hält, lebt man selbst in diesem Context, während man ihn gleichzeitig für den anderen ermöglicht. Da man grundsätzlich keinen Einfluss auf die Wahl eines anderen Menschen hat, egal wie viel Verkaufsseminare man besucht hat, hat man auch keinen Einfluss darauf, ob der Partner wählt, diesen LiebesContext mit dem Inhalt zu füllen, den man sich sehnlichst wünscht. Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass Du Deinen Partner nicht dazu bringen kannst, etwas zu tun, was er nicht will, egal ob Du Dich dominant zeigst oder mit Gefühlen manipulierst.

Drei der größten Liebesirrtümer beeinflussen, wie lange und ob Deine Partnerschaft von Liebe erfüllt ist.

1. Irrtum: Liebe ist ein Gefühl
Viele erwarten von Liebe ausschließlich das so genannte “Schmetterlinge-im-Bauch-Gefühl” und vor allem, dass der andere dieses viel besungene und eng begrenzte ‘Gefühl’ dauerhaft bei ihnen auslöst. Sobald der Schmetterlingslieferservice nachlässt und stattdessen ärgerliches Grummeln im Bauch einsetzt, werden heftige Vorwurfsattacken ausgelöst. Ist mit den Schmetterlingen jetzt auch die Liebe verschwunden? Muss jetzt ein neuer Partner den alten Schmetterlingslieferservice ersetzen, oder sind Vorwürfe nicht auch ein Ausdruck von Liebe? Macht man dem anderen nicht gerade deshalb Vorwürfe, weil man ihn liebt und hofft, so wiederzubekommen, was man vermisst? Dabei unterschätzt man, dass vorwurfsvolles Schmollen nicht gerade zur Wiederbelebung der Schmetterlinge führt, aber das ist ein ganz anders Thema.

Liebe ist nicht an ein bestimmtes Gefühl gebunden, sondern ein Context für alle Gefühle.

Liebe als Context lässt sich am besten in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern aufzeigen: Eltern lieben ihr Kind – immer! Selbst wenn Dein Kind Dich nachts fünf Mal weckt, es Dir den besten Anzug verschmiert, es schreiend im Kaufhaus auf dem Boden liegt, sogar wenn es Drogen nimmt oder kriminell wird – egal, was es tut, Du liebst Dein Kind und Du kannst diese Liebe nicht abstellen. Allerdings macht die Liebe als Gefühl einen Aussetzer, wenn es Dir gerade Schokolade auf Dein neues Abendkleid geschmiert hat, dann bist Du schlichtweg ärgerlich. Dieser Ärger schmälert aber Deine Liebe nicht. Im Context von Liebe darf auch Ärger als Gefühl sein. Du liebst Dein Kind und ärgerst Dich über sein Verhalten, somit trennst Du zwischen Verhalten und Sein. Die Erfahrung dieser Unterscheidung wird erst durch Liebe ermöglicht und gelingt auch in der Partnerschaft. Wenn der Partner krank ist, hat man in der Regel ein Gefühl von Sorge, eben weil man den anderen liebt, auch wenn zu dem Zeitpunkt die Schmetterlinge ausgeflogen sind. Das Gefühl der Sorge ist ebenfalls ein Ausdruck von Liebe.

Allerdings ist die Beziehung zwischen Eltern und Kind unkündbar, was sie in einer Partnerschaft anfangs nicht ist. Oft ziehen wir unsere Liebe zurück, wenn der Partner sich nicht entsprechend eigener Erwartungen verhält. Sollten unsere Erwartungen dauerhaft nicht erfüllt werden, nehmen wir sogar unser Versprechen einer verbindlichen Partnerschaft zurück. Dabei ist die Ehe eine großartige Institution, in der man lernen kann zwischen Verhalten und Sein, als auch zwischen Lieben und Mögen zu unterscheiden. Wenn Du das gemeistert hast, kannst Du aus einer kündbaren Beziehung eine unkündbare machen und erschaffst damit den größtmöglichen Raum für Liebe und Erfüllung.

© Stephan & Maria Craemer

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